Schneeschuhtour im Montafon

Text: Ute Schmidt, Fotos: Ute Schmidt, Andreas Künk, Ludger Freßmann

Unter dem Motto „Man kann entweder den langen Winter träumend verschlafen, ihn auf einer Sonneninsel verbringen oder dort erleben, wo er am schönsten sein kann“ trafen sich alle Teilnehmer am 11. März 2020 am Vormittag in der Pension Maderer in Gaschurn im schönen Montafon. Nach der Begrüßung und der Zimmeraufteilung wurde die Schneeschuhzeit besprochen. Für eine Schneeschuhwanderung benötigt man nichts Spezielles: wasserdichte, warme Schuhe, entsprechende Kleidung und Handschuhe sowie ausreichend Proviant und ein paar Schneeschuhe und Stöcke. Die Schneeschuhe wurden vor Ort ausgeliehen.

Bei schönem Wetter starteten wir bereits am Nachmittag zur Eingehtour ins Ganifer. Nach einer kurzen Einweisung ging es schon los, erste Erfahrungen konnten gesammelt werden. Auf dem Rückweg haben wir uns bei Kaffee und Kuchen über die gemachten Erfahrungen ausgetauscht. Unsere Unterkunft, die Pension Maderer, liegt oberhalb von Gaschurn, somit stand ein abendlicher Spaziergang zum Abendessen mit auf dem Programm.

Durch die Wetteränderung hat sich unser Tourenplan geändert. Am nächsten Tag stand bereits die Königsetappe auf den Hennekopf (2.704 m) an, da zum Wochenende das Wetter schlechter werden sollte. Bereits zum Frühstück hatten wir schon beste Voraussetzungen für einen Sonnentag. Es ging an diesem Tag bereits um 7.15 Uhr in die Silvretta. Zuerst mit der Seilbahn und anschließend mit dem Tunnelbus fuhren wir zum Silvetta-Stausee (2.030 m). Vom Berggasthof Piz Buin ging es bereits schon leicht bergauf Richtung Hennekopf (2.704 m). Es wurde wärmer und der Aufstieg immer steiler. Die verbreiterten Füße verhinderten das Einsinken in den Schnee. Ein Glück, dass die Schneeschuhe unter den Füßen eine Aufstiegshilfe und Zacken hatten. An den ziemlich steilen Abschnitten waren die Aufstiegshilfen schnell ausgeklappt und sorgten für Entlastung. Die Zacken gruben sich dabei tief in den Schnee und gaben den nötigen Halt. Alle Teilnehmer hatten sich schnell an das Gehen mit Schneeschuhen gewöhnt.

Glücklich am Gipfel des Hennekopfs angekommen, wurde noch eine kleine Pause eingelegt, der Rundblick über die Bergwelt genossen, bevor es an den langen Abstieg ging. Einen schönen Ausklang nahm die Tour bei Kaffee und Apfelstrudel im Berggasthof Piz Buin.

Die Rückreise mit dem Tunnelbus und dem Lift verzögerte sich, da erste Corona-Vorgaben bezüglich der zu befördernden Personenanzahl gemacht wurden. Bereits am Abend machte sich der angekündigte Wetterumschwung bemerkbar. Nach einem gemütlichen Abendessen fielen alle erschöpft, aber glücklich ins Bett.

Schneeschuhwanderungen ermöglichen es, bei verschiedenen Schneeverhältnissen, somit auch bei schlechtem Wetter, Wanderungen durchzuführen.

Im Blick sollte man auf jeden Fall die Lawinengefahr haben und diese vor jeder Tour genaustens prüfen. Bei all unseren Touren durch das Montafon hat uns Andreas Künk als echter Montafoner und erfahrener Bergführer begleitet. Alle Touren hatte ich mit ihm vorab besprochen und wir haben täglich die verschiedenen Tourenmöglichkeiten geprüft und festgelegt, da durch Wetteränderungen sich auch Änderungen bei den ausgesuchten Touren ergeben können.

Regenschauer zogen an diesem Tag über das Montafon hinweg. Wir machten uns trotz des trüben Wetters auf ins Verwall. An diesem Tag wollten wir zum Muttjöchle (2.074 m) aufsteigen. Mit Fahrgemeinschaften fuhren wir uns ins Silbertal und stiegen in die Kristbergbahn. Hinter der Bergstation (1.450 m) der Kristbergbahn begann unsere Schneeschuhtour an diesem Tag. Wir hatten, im Gegensatz zur gestrigen Tour, ein abwechslungsreicheres Gelände. Mal ging es am Rand einer Skipiste leicht bergauf, dann durch den Wald mit steileren Passagen und anschließend über ein freies Gelände ansteigend aufs Muttjöchle. Der Ausblick auf die Rätikon-, Verwall- und Silvrettagebirgsgruppe war, bedingt durch den Nebel, nicht möglich. Die Gipfelrast fiel kurz aus, da die Wetterverhältnisse eine längere Pause nicht zuließen. Im Abstieg wurde ein anderer Weg quer durch das Gelände gewählt, was allen viel Spaß gemacht hatte und auch sehr abwechslungsreich war. Begeistert traten wir die Rückfahrt zur Pension an, eine Rast durfte auch an diesem Nachmittag bei Kaffee und Kuchen nicht fehlen und diese hatten wir uns auch verdient.

Am letzten Tag war eine Tour ins Gauertal geplant. In Fahrgemeinschaften machten wir uns auf den Weg nach Latschau zum Hotel Montabella (1.050 m). Bekannt ist mir die Familie Gabrielli durch verschiedene Besuche im Montafon und auch das gute Frühstück zum Beginn unserer Hüttentour durch das Rätikon im Sommer. Von hier aus begann der Aufstieg durch das Gauertal zur Lindauer Hütte (1.744 m). Eine schöne mittelschwere Schneeschuhwanderung hat uns an diesem Tag durch eine traumhafte Winterlandschaft erwartet. Zur Lindauer Hütte ging es stetig bergan, wir hatten immer wieder einen traumhaften Blick auf die Drei Türme. Das Wetter sollte sich an diesem Tag mehrmals ändern. Während der Jause in der Hütte fielen draußen bereits die ersten Schneeflocken. Von der Lindauer Hütte ging es im Abstieg bei Schneefall Richtung Bilkengrat. Am Fuße dessen kehrten wir dann ins Tal zurück. Die Sonne zeigte sich dann auch wieder. Im Hotel Montabella stärkten wir uns bei Kaffee und Kuchen, bevor wir die Rückreise zur Pension antraten. Ein letztes schönes gemeinsames Abendessen beendete unsere Tour. Am nächsten Morgen traten alle die Heimreise an.

Das Schneeschuhwandern war jeden Tag eine neue Herausforderung. Machten sich doch bei manchem Muskelkater und auch Blasen bemerkbar. Es war eine schöne Möglichkeit, Wanderungen mit Schneeschuhen auszuprobieren.

Hier einige Eindrücke von unserer ersten angebotenen Schneeschuhwanderung.

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