Alpingruppe: Alpinklettern im Harz

Das sagten die Teilnehmer:

Emanuel:

Mit Bernd zusammen sind wir als Nachzügler erst am Freitagabend zu der Gruppe auf dem schönen Campingplatz Göttingerode gestoßen. Abmarschzeit für Samstag 10 Uhr mit dem Ziel: Kurfürst. So ging es am Samstag bei schönem Sonnenschein zu Fuß durch den schönen Wald ca. 3 km vorbei am Treppenstein zum Kurfürsten. Der mächtige, am Osthang des Okertals liegende Fels war schon gut besucht, so dass sich Christian und ich zügig startklar machten, um den wunderschönen Westgrat zu klettern. Der Westgrat fängt leicht an und wird weiter oben etwas anspruchsvoller, alles im gut machbaren 4er-Bereich. Am Standplatz wurde es schon eng, da einige Topropeseile und eine weitere Seilschaft mit uns dort ankamen, also schnell abgeseilt. Als eine weitere Gruppe hinzukam, sind Christian und ich an die Hexenküche neben dem Kästehaus „geflüchtet“. Dieser 10-m-Fels kann von allen Seiten beklettert werden, so dass wir in den Schatten gehen konnten. Die Hexenküche haben wir dann aus verschiedenen Perspektiven von oben betrachtet, auch eine 5 im Vorstieg, ganz klar an meinen Limit mit Risskletterei, aber dank Christians Unterstützung eine tolle Herausforderung.

Am Sonntag dann die Frühaufsteherseilschaft Bernd mit mir an die eigentlich immer überfüllte Marienwand. Um 8:30 Uhr waren wir aber die einzigen Kletterer dort, so dass wir in Ruhe im Riss hochklettern mit Ausbildung Führungstechnik und Ablassen kombinieren konnten. Zum Abschluss sind wir die Westseite hoch, eine 2-Seillängen-Route im 4. Grad mit traumhaftem Blick ins Okertal. Wegen der vielen folgenden Seilschaften haben wir den Rückweg über den Normalweg abgestiegen und haben unsere Füße in der Oker gekühlt und dabei Lukas und Christian beim Bouldern bewundert.

Ein erlebnisreiches Wochenende!

Ina:

Das Gruppenklima war superangenehm und lustig.

Der Zustieg war sehr schön, aber auch sehr anstrengend.

Leider waren sehr viele schwere Routen dabei, sodass ich nicht so viel klettern konnte/wollte. Bei dem guten Wetter war es dann aber auch kein Problem, am Felsfuß in der Sonne zu liegen und den anderen zuzugucken.

Jörn:

Das Christi-Himmelfahrt-Wochenende im Harz war ein voller Erfolg. Der Campingplatz war gut und wie es sich für eine Alpin-Gruppe gehört, war der Zustieg von dort zum Fels nicht ohne. Nach ca. 45 Minuten Gehen mit ordentlich Höhenmetern standen wir am ersten Fels.

Und dann kam die erste Überraschung: Dieser Granit-Stein fühlt sich so grundlegend anders an als jeder andere Fels! Von weitem viele runde Formen mit langen, breiten Rissen durchzogen. Von nahem sahen die Flächen nicht mehr so rund aus, eher rau mit großen scharfen Kristallen überzogen. Für die Füße als Grip ohne Ende!

Auf die zweite Überraschung mussten wie nicht lange warten! Bei der Inspektion der ersten Route stellte sich schnell raus: nur ein Umlenker, keine weitere Absicherung!

Aber mit großen Friends und Keile bewaffnet zogen wir in die erste Route und es war genial! Dieser raue Stein hat wahnsinnig viel Grip an Händen und Füßen, und es gibt keine besseren Risse für Friends als diese! Größe einschätzen, rein in den Riss, etwas ruckeln und er sitzt wie eine Eins! Da die Friends meistens recht tief in den Riss mussten, hat man sich öfter blutige Knöchel geholt, was am nächten Tag aber mit etwas Tape erledigt war!

Nach ein paar Routen hatten wir schnell raus, wenn in der Route doch mal ein Haken vorkam, war diese Stelle definitiv ernst zu nehmen! Keine Chance, etwas zu legen, keine Griffe (nur Reibung) und nur stehen auf Reibung! Diese Erfahrung war der gute Stoff für den Muskel zwischen den Ohren!

Abends am Grill wurden Erfahrungen mit dem Fels und den ganz großen Friends ausgetauscht, aufgerissene Hände und Arme verglichen und debattiert, welcher Fels am nächsten Tag dran ist! Es hatte uns alle gefasst, das Harz-Fieber!

Lukas:

Das Klettern im Harz ist komplett anders als bei uns im Kalkstein. Viel mehr als reine Fingerkraft ist Bewegungstalent und Schmerztoleranz aufgrund des groben Granits erforderlich. Nicht zu vergessen der Mut des Vorsteigers, da zumindest in den leichten Touren keine Zwischenhaken stecken. Ideales Trainingsgelände für große Alpentouren!